Mobile Retter

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Cara Hunselar | adesso SE

Seit 2013

Smartphone App |
GPS-basierte Positionsbestimmung

#RUHRON

Smartphone-basierte
Ersthelfenden-Alarmierung

Herausforderung

In lebensbedrohlichen Notfällen zählt jede Sekunde: Trotz etablierter Rettungsstrukturen vergehen oft mehrere Minuten, bis professionelle Rettungskräfte vor Ort sind. Diese therapiefreie Zeit kann über das Überleben und mögliche Folgeschäden entscheiden – insbesondere bei Herz-Kreislauf-Stillständen.

Gleichzeitig gibt es viele Menschen mit medizinischer Qualifikation in der Bevölkerung, die im Notfall helfen könnten, werden aber nicht gezielt erreicht oder alarmiert.

Lösung

Mobile Retter nutzt eine smartphone-basierte Alarmierungsplattform, die qualifizierte Ersthelfer:innen in der Nähe eines medizinischen Notfalls automatisch informiert – parallel zur Leitstellen-Alarmierung des Rettungsdienstes.

Über GPS-basierte Ortung werden registrierte Helfende in der Nähe per App-Alarm benachrichtigt und zur Einsatzstelle navigiert. So können sie bereits vor dem professionellen Rettungsdienst eintreffen und lebensrettende Maßnahmen einleiten.

Nutzen

Mobile Retter schafft einen echten Mehrwert für die Notfallversorgung – technisch, organisatorisch und gesellschaftlich:

  • Zeitvorteil rettet Leben: Durch die Aktivierung von Ersthelfer:innen, die sich oft Minuten vor dem Rettungsdienst am Einsatzort befinden, kann der Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen oder anderen lebensrettenden Sofortmaßnahmen deutlich vorgezogen werden. Dies erhöht die Überlebenschancen nach einem Herzstillstand erheblich.
  • Stärkung der Rettungskette: Das System ergänzt die bestehenden Strukturen des Rettungsdienstes, stärkt den Aufbau lokaler Netze qualifizierter Helfender und erhöht die Versorgungstiefe – insbesondere in urbanen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet.
  • Aktivierung qualifizierter Ersthelfer:innen: Durch die gezielte Alarmierung wird das Wissen und Können von medizinisch ausgebildeten Menschen effizient genutzt und in akuten Situationen aktiviert.
  • Erhöhung der öffentlichen Sicherheit: Bürger:innen profitieren von einem zusätzlichen Sicherheitsnetz, das über herkömmliche Rettungswege hinausgeht, und stärkt so das Vertrauen in die Notfallversorgung vor Ort.
  • Ehrenamtliches Engagement: Das Projekt fördert das bürgerschaftliche Engagement und bindet lokale Ersthelfer:innen in ein gemeinsames lebensrettendes Netzwerk ein.

Mobile Retter ist ein digitales Zusatzsystem zur klassischen Rettungskette, das darauf abzielt, die kritische Zeitspanne zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes wirkungsvoll zu überbrücken. Sobald über die Leitstelle ein medizinischer Notfall eingeht, werden über das System automatisch medizinisch qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer in der unmittelbaren Umgebung identifiziert und per Smartphone-App alarmiert. Diese Personen können sich häufig bereits in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes befinden und treffen dadurch oft mehrere Minuten vor dem Rettungsdienst ein.

Die alarmierten Helferinnen und Helfer erhalten alle relevanten Informationen zum Einsatz sowie eine direkte Navigation zur Einsatzstelle. Vor Ort beginnen sie mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen, etwa mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung oder der Stabilisierung der betroffenen Person, bis professionelle Rettungskräfte übernehmen. Mobile Retter versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Ersatz für den Rettungsdienst, sondern als intelligente Erweiterung bestehender Strukturen. Durch die enge Verzahnung mit den Leitstellen entsteht ein zusätzliches Sicherheitsnetz, das insbesondere in dicht besiedelten Regionen wie dem Ruhrgebiet einen messbaren Beitrag zur Verbesserung der Notfallversorgung leistet.

Technische Komponenten

Kern des Projekts ist eine mobile Anwendung für iOS und Android, die als Alarmierungs- und Kommunikationsschnittstelle für die Ersthelfer:innen dient. Die App arbeitet GPS-basiert und ermöglicht es, den Aufenthaltsort der registrierten Personen in Echtzeit zu berücksichtigen, um im Einsatzfall diejenigen zu alarmieren, die den Notfallort in kürzester Zeit erreichen können. Die Konfiguration der Alarmierungsradien erfolgt flexibel, beispielsweise nach Entfernung oder voraussichtlicher Anfahrtszeit.

Die technische Plattform ist so konzipiert, dass sie in bestehende Leitstellen- und Einsatzleitsysteme integriert werden kann. Die Alarmierung der Mobile Retter erfolgt parallel zur regulären Disposition des Rettungsdienstes und fügt sich damit nahtlos in die vorhandene Infrastruktur ein. Neben der Übermittlung von Einsatzdaten stellt das System Navigationsfunktionen bereit und kann – je nach regionaler Ausgestaltung – auch die Einbindung von automatisierten externen Defibrillatoren (AED) unterstützen.

Datenschutz und IT-Sicherheit haben dabei einen hohen Stellenwert: Personenbezogene Daten werden ausschließlich für die Einsatzabwicklung verarbeitet und unterliegen strengen Schutzmaßnahmen. Die technische Architektur von Mobile Retter ist skalierbar aufgebaut, sodass das System sowohl lokal für einzelne Kommunen als auch überregional eingesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt werden kann.

Mehr Informationen
zum Projekt:

Mehr Informationen unter www.mobile-retter.org

Unterstützte Regionen